Arme Lightning. Final Fantasy 13 ist viel gebasht worden. Ich habe es nun seit ein paar Tagen und möchte meine Eindrücke kurz teilen:
Ja, es ist selbt für Final-Fantasy Verhältnisse ziemlich linear und die Level sind Schläuche. Erst gegen Ende öffnet es sich etwas. Ich möchte mich aber Random Curiosity anschließen wenn ich sage, dass ich bei einem so Story-lastigen Spiel wie Final Fantasy durchaus nichts dagegen habe, erstmal 25 Stunden Achterbahn zu haben bis ich mit dem Sidegequeste anfange. Bei älteren Teilen der Serie musste ich immer zwei mal durchspielen weil ich im ersten Lauf nie Bock auf die Nebenquests hatte und die Story weiter verfolgen wollte.
Ja, die Story ist wahnsinnig Emo-Japan-Klischee-Zeug. Aber hey, was haben wir erwartet?
Ja, das Kampfsystem ist ziemlich… anders. Durch das System der Paradigm-Shifts, mit dem man den Figuren bestimmte Rollen zuweisen kann (Angreifer-Heiler-Support oder Angreifer-Angreifer-Heiler usw.) rückt der Fokus vom ausführen gezielter Angriffe ab, hin zu einem geschickten Wechsel zwischen den verschiedenen Rollenkombinationen. Das ist in der Tat absolut nicht oldschool und spielt sich am Anfang ziemlich simpel (insbesondere weil es in den ersten 3 Stunden das Rollensystem noch nicht mal gibt), offenbart aber später immer mehr Tiefe und spielt sich erstaunlich adrenalinlastig, ohne aber allzu hektisch zu werden. Hier bekommt auch der als Skandalaufhänger missbrauchte “Auto”-Button seine Daseinsberechtigung: In der Hektik des permanenten Rollenwechsels, wie er später mal aufkommt, hat man garkeine Zeit für die individuelle Auswahl von Befehlen, daher kann man mit dem Universalbefehl “Auto” eine Reihe sinnvoller Befehle auswählen. Streng genommen hätte man sich das eigenständige Attackkieren auch gleich sparen und auf die Verteilung von Rollen beschränken können – aber das wär dann doch etwas zu sehr wie “Sims”. So kommt ein wenig mehr Action dazu, etwas mehr Immersion.
Natürlich ist das alles kein Hardcore-RPG, das war Final Fantasy nie. Natürlich ist es vom Handling her zunächst irgendwie ein weichgespültes Mainstream-Ding. Aber genauso ist es visuell sehr, sehr beeindruckend und die Kämpfe wirken sehr dynamisch. Glaubt nicht nur den Bashern – leiht es euch, spielt 5 Stunden, wenn ihr es dann noch nicht mögt lasst es halt.
Ich mag es.


